Die Entstehung der Rasse

Um das Jahr 1840 ließ sich Captain John Tucker-Edwardes im Alter von gerade 40 Jahren von seiner Queen in den Ruhestand versetzen und zog sich auf seine Landgüter Sealy Ham in Pembrokeshire/Wales zurück. Fortan gedachte er, sich ausschließlich seiner Passion, der Jagd zu widmen, wobei er vornehmlich an Dachs und Otter dachte.
Er wünschte sich einen niederläufigen, wendigen, zähen Jagd- u. Gebrauchshund. Dieser sollte möglichst weiß sein, um sich von Feld, Wald und Wild abzuheben. Er sollte eine gewisse Schärfe besitzen, ein zuverlässiger Arbeiter sein, aber gleichzeitig Wesensfestigkeit besitzen und ein gutes Sozialverhalten gegenüber seinen Artgenossen zeigen, da er in der Meute, auch mit Hounds, jagen sollte.
Ein Hund mit einem solchen Charakter war nicht zu finden, daher beschloß Sir Edwardes, sich einen Hund mit den gewünschten Eigenschaften zu züchten.
Als Basis seiner Zucht verwendete er einen aus Flandern stammenden weißen, rauhhaarigen Basset zu dem er hauptsächlich einheimische Terrier und Cheshire-Terrier, eine Art kleiner Bullterrier, einkeuzte. Auch andere Einkreuzungen sollen vorgekommen sein, sind aber im Einzelnen nicht verbürgt.
In seiner besten Zeit hatte Capt.Edwardes mehr als 100 Hunde in seiner Zucht, verteilt auch auf seine Pächter. Er war ein gestrenger exzentrischer Herr und hielt immer wieder rigorose Auslese, allein nach seinen persönlichen Vorstellungen. So wurden die Hunde, die bei den Prüfungen nicht ausreichend Mut zeigten oder sich nicht in die Meute einfügen konnten aus der Zucht genommen oder sogar getötet.
So entstand eine im Wesen sehr ausgeglichene Hunderasse, ihr äußeres Erscheinungsbild war seinerzeit wenig attraktiv. Der "Edwardes Terrier" fand in England eine weite Verbreitung und wurde 1910, unter dem Namen Sealyham-Terrier, vom English Kennel Club als Rasse anerkannt. Sein Erscheinungsbild war nunmehr einheitlich. Er tauchte in den Salons auf und belagerte die Chaiselongues der vornehmen Damen. Danach sah man ihn nur noch selten auf dem Kontinent.